Ohrenschmerzen im Urlaub sind meist eine Gehörgangsentzündung — eine Entzündung der Haut im äußeren Gehörgang, die durch Wasser, Wärme und Reibung entsteht und deshalb im Badeurlaub so häufig ist. Ich komme dafür in den Südwesten Mallorcas — Paguera, Port d'Andratx, Calvià — direkt ins Hotel oder die Finca. Nach dem Schwimmen in Pool oder Meer häufen sich die Fälle deutlich: Feuchtigkeit im Gehörgang, über 30 °C Außentemperatur und häufiges Untertauchen sind genau die Bedingungen, unter denen die schützende Fettschicht der Gehörgangshaut aufweicht. Hält der Druck im Ohr an, lohnt auch ein Blick auf Flüssigkeitsmangel bei Hitze — beides schwächt im Urlaub gleichzeitig.
Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen: Badeotitis erkennen
Wenn das Ohr ein bis zwei Tage nach dem Schwimmen zu schmerzen beginnt und der Schmerz beim Ziehen an der Ohrmuschel deutlich zunimmt, ist es fast immer eine Badeotitis — eine Gehörgangsentzündung, medizinisch Otitis externa. Sie ist die mit Abstand häufigste Ursache für Ohrenschmerzen im Badeurlaub.
Warum gerade hier: Wasser weicht die schützende Fettschicht im Gehörgang auf, Salz- und Chlorwasser reizen die Haut zusätzlich, und die Wärme begünstigt das Wachstum von Bakterien. Dazu kommt mechanische Reizung durch Ohrstöpsel, In-Ear-Kopfhörer oder den Finger im juckenden Ohr.
Ohr verstopft: Wasser, Ohrenschmalz oder Erkältung?
Ein verstopftes Ohr hat im Urlaub fast immer eine von drei Ursachen — Wasser im Gehörgang, einen Ohrenschmalzpfropf oder ein Druckausgleichsproblem bei Erkältung. Welche davon es ist, entscheidet, was Sie selbst tun dürfen.
Wasser im Ohr: tritt direkt nach dem Baden auf, es gluckert bei Kopfbewegung, und es tut nicht weh. Neigen Sie den Kopf zur Seite, ziehen Sie sanft am Ohrläppchen und legen Sie sich kurz auf das betroffene Ohr. Die Ohrmuschel außen mit dem Handtuchzipfel trocknen — nicht im Gehörgang wischen. Ein Föhn auf niedrigster Stufe mit etwa 30 cm Abstand hilft ebenfalls.
Ohrenschmalzpfropf: entwickelt sich allmählich und wird nach Wasserkontakt oft schlagartig schlimmer, weil der Pfropf aufquillt. Typisch sind dumpfes Hören und Druck ohne starke Schmerzen. Aufweichende Ohrentropfen aus der Apotheke sind der richtige erste Schritt; entfernt wird der Pfropf danach mit einer Spülung durch den Arzt.
Erkältung und Druckausgleich: vorher Schnupfen, Druck beim Schlucken oder Gähnen, häufig beidseits, oft nach einem Flug. Abschwellende Nasentropfen für wenige Tage und vorsichtiges Druckausgleichen helfen meist.
Zwei Dinge bitte nie: keine Wattestäbchen — sie schieben den Pfropf tiefer und verletzen die Gehörgangshaut, was die Entzündung erst ermöglicht. Und keine Ohrenkerzen: Ein Nutzen ist nicht belegt, Verbrennungen und Trommelfellverletzungen sind beschrieben.
Gehörgangsentzündung oder Mittelohrentzündung? Der Unterschied
Der entscheidende Test ist der Zug am Ohr: Tut das Ziehen an der Ohrmuschel oder der Druck auf den Tragus weh, sitzt das Problem außen im Gehörgang. Bleibt der Schmerz dabei unverändert und sitzt tief im Ohr, spricht das für das Mittelohr.
Gehörgangsentzündung (außen): Zug- und Druckschmerz, vorheriger Juckreiz, Ausfluss, geschwollener Gehörgang, meist nach Wasserkontakt, meist einseitig, selten hohes Fieber.
Mittelohrentzündung (innen): Schmerz tief im Ohr, oft pulsierend, meist im Anschluss an eine Erkältung, häufig mit Fieber, deutlich häufiger bei Kindern — und kein Zugschmerz an der Ohrmuschel. Lässt der starke Schmerz plötzlich nach und es läuft Flüssigkeit aus dem Ohr, kann das Trommelfell gerissen sein. Das ist kein Notfall, gehört aber zeitnah angesehen.
Nicht abwarten, sondern in die Klinik: Schwellung, Rötung und Druckschmerz hinter dem Ohr, eine abstehende Ohrmuschel, hohes Fieber und schweres Krankheitsgefühl können auf eine Mastoiditis hindeuten — eine Entzündung des Knochens hinter dem Ohr. Ebenfalls dringend: ein plötzlicher Hörverlust auf einem Ohr, auch ohne Schmerzen. Das ist ein HNO-Notfall und sollte am selben Tag abgeklärt werden.
Wenn Sie unsicher sind: ansehen lassen. Eine Otoskopie dauert zwei Minuten und beantwortet die Frage außen oder innen sofort.
Was hilft sofort gegen Ohrenschmerzen?
Am schnellsten wirkt ein Schmerzmittel — Ibuprofen oder Paracetamol in der für Sie üblichen Dosierung. Ohrenschmerzen sprechen darauf in der Regel gut an, und Sie gewinnen die Zeit, in Ruhe klären zu lassen, was dahintersteckt.
Wann sollten Sie einen Arzt rufen?
Bei Schwellung, Rötung und Druckschmerz hinter dem Ohr mit abstehender Ohrmuschel, plötzlichem Hörverlust auf einem Ohr oder schwerem Krankheitsgefühl: wählen Sie sofort den europäischen Notruf 112.
Rufen Sie einen Arzt, wenn eines dieser Zeichen auf Sie zutrifft:
- Starke Ohrenschmerzen zusammen mit Fieber
- Ausfluss aus dem Ohr — eitrig, blutig oder übelriechend
- Deutliche Hörminderung auf dem betroffenen Ohr
- Schwellung, Rötung oder Druckschmerz hinter dem Ohr, abstehende Ohrmuschel
- Kind unter 2 Jahren mit Ohrenschmerzen, besonders zusammen mit Fieber
- Keine Besserung nach 48 Stunden oder zunehmende Beschwerden
- Drehschwindel oder Gangunsicherheit zusammen mit den Ohrenschmerzen
Hausbesuch sinnvoll bei: starke Ohrenschmerzen, Ausfluss aus dem Ohr, Hörminderung oder Fieber — vor Ort kläre ich per Otoskopie, ob Gehörgang oder Mittelohr betroffen ist.
Termine ab sofort buchbar.
Ich komme direkt zu Ihnen ins Hotel, in die Finca oder Ferienwohnung — im gesamten Südwesten Mallorcas, auch am Wochenende.
Antwort meist in wenigen Minuten (täglich 8–22 Uhr) — Sie schreiben direkt mit mir, Henrik Venus, kein Callcenter.
So erreichen Sie mich
Was ich beim Hausbesuch machen kann
Der wichtigste Schritt ist der Blick ins Ohr. Mit dem Otoskop sehe ich Gehörgang und Trommelfell direkt an — das klärt in wenigen Minuten, ob die Entzündung außen oder im Mittelohr sitzt, ob das Trommelfell intakt ist und ob ein Ohrenschmalzpfropf das Problem ist.
Der Hausbesuch kostet pauschal 250–450 € je nach Tageszeit — Sie zahlen vor Ort und bekommen eine Privatrechnung für Ihre Reisekrankenversicherung. Auf Ihre Anfrage rufe ich Sie persönlich zurück, es gibt keine Zentrale und kein Callcenter.
Ehrlich gesagt: wann Sie einen HNO brauchen
Ich bin approbierter Arzt (Deutschland 2021) — kein HNO-Facharzt. Die häufigen Ohrenbeschwerden im Urlaub, also Badeotitis, Ohrenschmalzpfropf, unkomplizierte Mittelohrentzündung und Schmerztherapie, behandle ich vor Ort in Ihrer Unterkunft.
Zum HNO oder in die Klinik schicke ich Sie bei: Verdacht auf eine Trommelfellverletzung, Verdacht auf Mastoiditis, plötzlichem Hörverlust, Drehschwindel mit Hörminderung, chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden und immer dann, wenn eine Ohrmikroskopie oder ein Absaugen unter Sicht nötig ist. Das sage ich Ihnen direkt beim Besuch — und nicht erst, wenn zwei Tage verloren sind.
Ohrenschmerzen beim Kind
Bei Kindern steckt hinter Ohrenschmerzen häufiger eine Mittelohrentzündung als bei Erwachsenen, weil ihre Ohrtrompete kürzer und flacher verläuft und Keime aus dem Nasenrachen leichter ins Mittelohr gelangen.
Kleine Kinder sagen selten „mein Ohr tut weh". Achten Sie auf: Greifen oder Reiben am Ohr, verstärktes Weinen im Liegen, Trinkunlust, Fieber, auffällige Unruhe in der Nacht und ein plötzlich verändertes Hörverhalten.
Erste Maßnahmen: ein gewichtsangepasstes Schmerzmittel, Oberkörper beim Schlafen erhöht lagern, ausreichend trinken lassen. Bei einem Kind unter zwei Jahren mit Ohrenschmerzen und Fieber lassen Sie früher ansehen als bei einem älteren Kind.
Sofort 112 oder Klinik bei: schwerem Krankheitsgefühl, Nackensteife, Schwellung oder Rötung hinter dem Ohr, Krampfanfall oder einem Kind, das nicht richtig erweckbar ist. Ich bin Arzt für akute Urlaubsbeschwerden, auch bei Kindern — aber kein Kinderarzt und kein Ersatz für Kinderarzt, Notaufnahme oder 112.
Vorbeugen: Ohren und Wasser
Die wirksamste Vorbeugung ist banal: Ohren nach jedem Baden trocken bekommen — und nichts hineinstecken.
Häufige Fragen
Was hilft sofort gegen Ohrenschmerzen?
Wie lange dauert eine Gehörgangsentzündung?
Darf ich mit Gehörgangsentzündung schwimmen?
Woher kommt Badeotitis?
Ohr verstopft nach dem Schwimmen — was tun?
Wann muss ich mit Ohrenschmerzen zum Arzt?
Quellen & Leitlinien
- AWMF Leitlinienregister — Ohrenschmerzen (Leitlinie DEGAM) (AWMF)
- NHS — Ear infections (NHS)
- CDC — Swimmer's Ear (Otitis Externa) (Centers for Disease Control and Prevention)
Zuletzt geprüft am 06.08.2026 durch Henrik Venus, approbierter Arzt.
